Facebook icon
YouTube icon
RSS icon
Familienausflug in HAUS DER TAUSEND TEICHE (Foto: K. Nitsch) Kinder vor dem Aquarium (Foto: K. Nitsch) Im Labor (Foto: K. Nitsch)

Backmohn blüht im Biosphärenreservat

Wo wächst eigentlich der Mohn vom Mohnbrötchen? Immerhin werden in Deutschland pro Jahr 6.000 t Mohn, für Süßspeisen, Gebäcke und Brötchen verbraucht. Aber wer hat schon einmal ein blühendes Mohnfeld gesehen?

Das ist in den nächsten Tagen auf dem Modellacker Wartha in der Gemeinde Malschwitz im Biosphärenreservat möglich. Auf dem Acker Dubina konnte nun erstmals auf gut 3 ha Fläche die Wintermohnsorte „Zeno Morphex“ angebaut werden. Die ersten Blüten der Mohnsorte (Papaver somniferum) sind bereits geöffnet und locken zahlreiche Insekten an.

„Der Anbau ist allerdings nicht ohne Genehmigung erlaubt, zunächst mussten wir einen Antrag beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte in Bonn stellen“, berichtet Eva Lehmann, Mitarbeiterin der Biosphärenreservatsverwaltung aus dem Fachbereich Landwirtschaft. Die hier verwendete Sorte verfügt allerdings nur über einen sehr geringen Morphin Gehalt und ist daher zugelassen. Verboten sind Schlafmohn-Sorten, aus denen das Rauschgift Opium gewonnen werden kann.

In Deutschland werden jährlich nur noch ca. 200 ha mit dieser attraktiven Ackerfrucht angebaut, das heißt es werden ca. 300 t Mohn produziert – und damit weniger als 5 % des deutschen Bedarfs. Der Rest wird aus Ländern wie der Türkei und der Tschechischen Republik importiert.

„Einige unsere Partner-Bäckereien haben sich regionalen Backmohn gewünscht. Mit dem Anbau des Schlafmohns auf dem Modellacker Dubina möchten wir wieder alte, einst in der Oberlausitz angebaute Fruchtarten ins Feld und auf den Teller bringen,  die Fruchtfolge erweitern sowie erste Versuche in der Bewirtschaftung und Bestandspflege durchführen“, so Eva Lehmann. Als landwirtschaftlichen Partnerbetrieb konnte die Biosphärenreservatsverwaltung die Agrargenossenschaft Heidefarm Sdier e.G. gewinnen. Sie übernahm bereits die Aussaat Ende September letzten Jahres und wird auch die erste Ernte Ende Juli einholen.

Aber nicht nur unsere regionalen Bäckereien sind begeistert über den Anbau der besonderen Ackerfrucht. Insbesondere den Graugänsen schmeckte der Mohn besonders gut, sodass ein Drittel der Fläche bereits vor der Blütezeit gefressen wurde. Erst durch das Aufstellen von zwei Vogelscheuchen konnte der Mohn ungestört weiter gedeihen.

Der Modellacker Dubina entlang des Naturerlebnispfades Guttauer Teiche und Olbasee wurde eingerichtet, um Besuchern die Vielfalt auf dem Acker zu präsentieren. Das Projekt dient darüber hinaus der Biodiversität, der Demonstration überlieferter Anbautraditionen, dem Erhalt alter Sorten und soll gleichzeitig in eine nachhaltige Nutzung der Ernteprodukte münden. Er ist bequem per Fahrrad und zu Fuß zu erreichen.